Offene Investmentfonds

Offene Investmentfonds - Bulle und Bär

Offene Investmentfonds gelten als Einstieg in die Finanzanlagewelt, denn eine Fondsanlage bietet Ihnen Zugang zu verschiedenen Finanzmärkten und Anlageklassen. Zudem können sie mit maximaler Flexibilität und gesetzlichem Anlegerschutz punkten, sodass sie zurecht als Geldanlage für jedermann bezeichnet werden können.

Die aktuelle Gesetzgebung spricht genauer von offenen Investmentvermögen (KAGB). Im allgemeinen Sprachgebrauch findet aber weiterhin überwiegend der Begriff »offene Investmentsfonds« Verwendung. Offene Investmentfonds zeichnen sich namentlich dadurch aus, dass sie einer unbegrenzten Anzahl von Anlegern offen stehen. Zudem haben sie keine feste Laufzeit, können unbegrenzt viel Anlegerkapital einwerben und börsentäglich von Ihnen wieder verkauft werden.

Die Idee, die offene Investmentfonds kennzeichnet, ist einfach und überzeugend: Eine Fondsgesellschaft sammelt Geld von vielen verschiedenen Anlegern ein und legt dieses unter dem Aspekt der gesetzlich vorgeschriebenen Risikostreuung in verschiedene Einzelwerte an z.B. in Aktien, festverzinsliche Wertpapiere oder Tagesgelder. Die eingesammelten Kundengelder bleiben dabei Eigentum der Anleger (Sondervermögen) und müssen getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft bei einer Verwahrstelle aufbewahrt werden. Das Sondervermögen wird entsprechend einer festgelegten Anlagestrategie, welche die Fondsgesellschaft verfolgt, investiert und partizipiert an den Entwicklungschancen der Finanzmärkte. Der Anleger erhält schließlich entsprechend seiner Kapitaleinlage Anteile am Sondervermögen, die er bei der Fondsgesellschaft börsentäglich zum aktuellen Anteilspreis zurückgeben kann.

In Deutschland sind nahezu 10.000 offene Investmentfonds zum Vertrieb zugelassenen. Es lässt sich somit fast jede erdenkliche Anlagestrategie und gewünschte Zielrendite umsetzen. Dabei liegt es ganz an Ihnen, ob Ihnen Rendite, Sicherheit oder maximale Flexibilität am wichtigsten sind. Sie müssen sich nur entscheiden!

Welche Vorteile bieten offene Investmentfonds?
Eine Geldanlage in offene Investmentfonds bietet viele Vorteile:

  • Risikostreuung d.h. das Vermögen der Anleger wird auf viele verschiedene Einzelwerte gleichzeitig verteilt.
  • Transparenz d.h. alle Kosten, die Anlagestrategie, Chancen und Risiken müssen offen gelegt werden.
  • Sicherheit d.h. das Sondervermögen ist vor Insolvenz geschützt, da es separat vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt werden muss.
  • Flexibilität d.h. die Fondsgesellschaft ist verpflichtet, dem Anleger seine Anteile börsentäglich zurückzunehmen (Ausnahme: Offene Immobilienfonds).
Die wichtigsten Fondsarten
Es gibt viele verschiedene Arten von Investmentfonds, die unterschiedlichen Anlegertypen gerecht werden sollen. Die wichtigsten Fondsarten sind:

  • Geldmarktfonds
  • Rentenfonds
  • vermögensverwaltende Fonds (Mischfonds)
  • Aktienfonds
  • offene Immobilienfonds
  • Dachfonds
  • Exchange Traded Funds (ETF)/börsengehandelte Indexfonds
Sparen mit Investmentfonds
Offene Investmentfonds eignen sich bestens zum privaten Vermögensaufbau. Dazu bieten sie viele Möglichkeiten:

  • Einmalanlage d.h. Sie legen einmalig einen größeren Betrag in einen oder mehrere Fonds an.
  • Sparplan d.h. Sie investieren in regelmäßigen Sparraten in einen oder mehrere Fonds (bereits ab 25 Euro pro Monat möglich).
  • Kombination aus Einmalanlage und Sparplan d.h. Sie legen einen größeren Betrag einmalig an und besparen einen oder mehrere Fonds aus Ihrem Depot in regelmäßigen Sparraten weiter (Cost-Average-Effekt).
  • Vermögenswirksame Leistungen d.h. Sie investieren Geldleistungen Ihres Arbeitgebers sechs Jahre lang in einen speziellen VL-Sparplan (max. 480 Euro pro Jahr). Nach Ablauf einer einjährigen Sperrfrist können Sie über die gesamte Summe verfügen und diese in Ihr normales Depot übertragen.
  • Riester-Förderung mit Investmentfonds d.h. Sie betreiben staatlich geförderte Altersvorsorge entweder direkt mit zertifizierten Riesterfonds-Sparplänen oder indirekt über einen fondsgebundenen Riester-Rentenversicherungsvertrag.
  • Fondsgebundene Rürup-Rente (Basisrente) d.h. Sie betreiben Altersvorsorge mit Fonds und können Ihre Beiträge innerhalb bestimmter Grenzen als Sonderausgaben steuerlich geltend machen.
Kosten einer Fondsanlage
Bei einer Geldanlage in offene Investmentfonds fallen Kosten beim Erwerb (Ausgabeaufschlag, evtl. Transaktionskosten) und auf Fondsebene (Gebühr für das Fondsmanagement, evtl. Performance-Fee) an.

Außerdem benötigen Sie zur Verwahrung Ihrer Fondsanteile ein Depot, für das Sie etwa 50 Euro pro Jahr an Depotführungsgebühren kalkulieren müssen. Ihr Multifondsdepot schließen Sie bequem über uns ab.

Risiken der Investmentfondsanlage
Den Vorteilen und Chancen einer Investmentfondsanlage stehen auch Risiken gegenüber. Grundsätzlich sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass im Investmentbereich Renditen immer an spezifische Risiken geknüpft sind. Möchten Sie höhere Renditen vereinnahmen, müssen Sie natürlich auch das höhere Risiko dafür tragen. Ein höheres Risiko kann aber prinzipiell durch ein längere Laufzeit ausgeglichen werden, da das Fondsvermögen damit mehr Zeit hat, sich von möglichen Kursverlusten zu erholen.

Mögliche Risiken der Investmentfondsanlage können z.B. durch Konjunktur, Politik, Inflationsrate oder die Psychologie der Marktteilnehmer (durch Gerüchte, Emotionen) entstehen. Natürlich sind Sie als Anleger aber auch abhängig von der Qualität des Fondsmanagements, von aktuellen Rücknahmepreisen und von der Größe des Fonds-Sondervermögens.

Bitte beachten Sie, dass die genannten Risiken Ihnen einen Erstüberblick über die Finanzanlage geben wollen und nicht vollständig sind. Interessierte Investoren erhalten vor der Zeichnungserklärung zu jedem Investmentfonds die wesentliche Anlegerinformation (wAI), welche sämtliche Risiken ausführlich darstellt. Die oberhalb dargestellten Chancen und Risiken enthalten ausdrücklich keine Anlageempfehlung i.S. einer Anlageberatung nach § 16 (1) FinVermV.

Steuerliche Behandlung
Sie erzielen Einkünfte aus Kapitalvermögen, die der Abgeltungssteuer unterliegen. Die Abgeltungssteuer beträgt 25 Prozent und gilt mit Abführung durch die depotführende Stelle an das Finanzamt als abgegolten. Da die Abgeltungssteuer eine pauschale Einkommenssteuer darstellt, wird zusätzlich der Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer fällig und automatisch ans Finanzamt abgeführt.

Bitte beachten Sie, dass die  steuerliche Beschreibung der Finanzanlage ausdrücklich keine Steuerberatung darstellt. Die persönliche steuerliche Rentabilität Ihrer Investmentfondsanlage klären Sie bitte mit Ihrem Steuerberater.