Betriebliche Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) kombiniert private Altersvorsorge mit staatlicher Förderung. Sie wird auch die zweite der drei Schichten der Altersversorgung bezeichnet und ergänzt die gesetzliche Rente. In diesem Sinne ermöglicht sie Arbeitnehmern den Aufbau einer Zusatzrente über den Arbeitgeber.

Die betriebliche Altersvorsorge bietet für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen viele Vorteile. Für Unternehmen gestaltet es sich oft schwierig, gutes und qualifiziertes Personal zu finden. Die betriebliche Altersvorsorge stellt für Unternehmen eine Investition in die Zukunft dar. Sie steigert die Attraktivität des Betriebs und sichert ihrem Personal einen sorglosen Ruhestand.

Um die betriebliche Altersvorsorge weiter zu stärken, wurde im Sommer 2017 das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) verabschiedet, welches ab Januar 2018 in Kraft ist. Dabei wurden die Rahmenbedingungen der Betriebsrente verbessert und das sogenannte »Sozialpartnermodell« eingeführt. Dadurch ist es für Arbeitgeber und Arbeitnehmer jetzt noch lukrativer betriebliche Altersvorsorge zu betreiben.

Wer hat Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge?
In Deutschland haben alle Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf eine Betriebsrente. Grundsätzlich kommen zwei Finanzierungsformen in Frage:

  • Arbeitgeberfinanzierte bAV
    Das Unternehmen übernimmt die Beiträge zur Betriebsrente allein.
  • Arbeitnehmerfinanzierte bAV
    Arbeitnehmer setzen Anteile ihres Bruttogehalts zur Betriebsrente ein. Dieses Modell wird über das Prinzip der »Entgeltumwandlung« realisiert.
Wie können Arbeitgeber die betriebliche Altersvorsorge umsetzen?
Es gibt fünf verschiedene Formen (Durchführungswege) der betrieblichen Altersvorsorge. Der Arbeitgeber kann frei entscheiden, welche Form er seinen Mitarbeitern zur Verfügung stellt:

  • Direktversicherung
    Der Arbeitgeber schließt für den Arbeitnehmer in der Regel eine Rentenversicherung ab und leitet einen Teil seines Gehalts an die Versicherung weiter.
  • Pensionskasse
    Der Arbeitgeber bezahlt die Beiträge direkt an eine Pensionskasse. Diese verwaltet die Beiträge und legt sich beispielsweise in einer Rentenversicherung an. Pensionskassen sind eigenständige Versorgungseinrichtungen und werden meist von einem oder mehreren Unternehmen oder einer ganzen Branche getragen. Auf diesen Durchführungsweg greifen meist tarifgebundene Unternehmen zurück.
  • Unterstützungskasse
    Der Arbeitgeber gründet eine Unterstützungkasse oder schließt sich einer überbetrieblichen Unterstützungskasse an. An diese überweist er die umgewandelten Gehaltanteile seiner Arbeitnehmer als Zuwendungen. Die Kasse leistet bei Erreichen den Rentenalters Versicherungsleistungen an den Arbeitnehmer. Im Falle einer Insolvenz des Arbeitgebers sind die Arbeitnehmer über den Pensions-Sicherungs-Verein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) abgesichert.
  • Pensionsfonds
    Der Arbeitgeber leistet Beiträge an einen sog. Pensionsfonds, welcher als rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung für die Zusatzrente seiner Mitarbeiter fungiert. Da der Pensionsfonds bei der Vermögensanlage freier ist, kann er verstärkt am Aktienmarkt anlegen, was eine höhere Rendite ermöglicht.
  • Direktzusage/Pensionszusage
    Der Arbeitgeber sagt dem Arbeitnehmer oder dessen Hinterbliebenen direkt zu, dass er im Rentenalter eine vorher vereinbarte Leistung erhält. Der Arbeitgeber gibt hier unmittelbar eine Versorgungszusage, zu der er selbst Rückstellungen bilden muss. Auf diesen Durchführungsweg greifen oft Großunternehmen zurück.
Welche Neuerungen bringt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG)?
Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG), das zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten ist, beabsichtigt der Gesetzgeber, die betriebliche Altersvorsorge insbesondere für Geringverdiener attraktiver zu machen und kleine und mittlere Betriebe zu motivieren, eben diese anzubieten.

Wesentliche Neuerung der Betriebsrentenreform ist das »Sozialpartnermodell« mit folgenden Eckdaten:

  • tarifvertragliche Zusage durch Arbeitgeber und Gewerkschaften
  • reine Beitragszusage ohne Garantien
  • Festlegung einer Zielrente
  • Wegfall der Arbeitgeberhaftung für Höhe und Rendite der Rente
  • Weitergabe der Sozialversicherungsersparnis durch pauschalen Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent
Welche Vorteile bietet die betriebliche Altersvorsorge?

Für Arbeitgeber

  • Unternehmensimage steigern
  • Rechtliche Vorgaben erfüllen
  • Mitarbeiter binden und motivieren
  • Beiträge als Betriebsausgabe absetzen

Für Arbeitnehmer

  • Versorgungslücken schließen
  • lebenslange Rente aufbauen
  • Steuern und Sozialabgaben sparen
  • von günstigen Gruppenverträgen profitieren
Wer ist der Versicherungsnehmer?
Versicherungsnehmer ist der Arbeitgeber. Dieser ist auch für die Überweisung der Beiträge zuständig. Der Arbeitnehmer ist versicherte Person und bestimmt die Höhe der Beiträge.
Wie wird die Betriebsrente versteuert?
Die Renten aus der betrieblichen Altersvorsorge unterliegen der vollen Besteuerung (nachgelagerte Besteuerung). Gesetzlich krankenversicherte Rentner zahlen darüber hinaus den vollen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung.