Betriebliche Krankenversicherung

Betriebliche Krankenversicherung

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung und stellt eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers dar. Der Arbeitgeber schließt diese für seine Mitarbeiter im Rahmen des Arbeitsverhältnisses ab und sichert sie dadurch im Krankheitsfall finanziell ab. Die betriebliche Krankenversicherung ist wie die betriebliche Altersvorsorge, die betriebliche BU-Versicherung und die betriebliche Unfallversicherung Bestandteil der betrieblichen Versorgungsysteme in Deutschland.

Eine Zusatzversicherung wie die betriebliche Krankenversicherung kann die Lücken der gesetzlichen Krankenversicherung schließen, die im Zuge der Gesundheitsreformen entstanden sind. Unternehmen können diese Versicherung ihren Arbeitskräften als zusätzliche Sozialleistung anbieten und tragen damit zu einem besseren Gesundheitsschutz ihrer Belegschaft bei. Durch bessere Behandlung beim Arzt im Krankheitsfall und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beugen Mitarbeiter Fehlzeiten vor, was sich wiederumg positiv auf die Unternehmensproduktivität auswirkt.

Die betriebliche Krankenversicherung stellt ein nicht zu unterschätzendes Instrument bei der Werbung um qualifizierte Arbeitskräfte dar. Die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens erhöht sich durch das Angebot an betrieblichen Vorsorgeleistungen und bindet zufriedene Mitarbeiter. Dies ist sowohl für den Arbeitgeber, als auch für den Arbeitnehmer in jeder Hinsicht ein Gewinn.

Welche Leistungen bietet die betriebliche Krankenversicherung?
Die betriebliche Krankenversicherung ist vom Leistungsspektrum an die private Krankenzusatzversicherung angelehnt. In den meisten Fällen entscheidet der Arbeitgeber über das Leistungsangebot. Das Versicherungsangebot erstreckt sich auf folgende Leistungen:

  • Vorsorgeleistungen (z.B. Krebsfrühvorsorge)
  • Zahnersatz und Zahnprophylaxe
  • Bettenleistung im Krankenhaus (1-Bett-Zimmer bzw. 2-Bett-Zimmer)
  • Chefarztbehandlung
  • Reisekrankenversicherung
  • Naturheilverfahren
  • Krankentagegeld
Welche Vorteile bietet die betriebliche Krankenversicherung?

Für Arbeitgeber

  • höhere Attraktivität des Unternehmens
  • weniger Ausfälle durch bessere Gesundheitsvorsorge
  • sinnvolles Element zur Bindung qualifizierter Mitarbeiter
  • Aufwendungen als Betriebsausgaben steuerlich abzugsfähig

Für Arbeitnehmer

  • garantierte Zusatzleistungen ergänzend zum gesetzlichen Krankenversicherungsschutz
  • keine Gesundheitsfragen und Wartezeiten
  • vergünstigte Konditionen für Ehepartner und Kinder
  • geringere Eigenanteile bei Vorsorgeleistungen
Welche Voraussetzungen gibt es zum Abschluss?
Damit eine betriebliche Krankenversicherung umgesetzt werden kann, müssen Unternehmen und Mitarbeiter bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese können je nach Versicherungsgesellschaft unterschiedlich ausfallen. Beispielhaft seien hier folgende Bedingungen genannt, welche keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben:

  • Mindestanzahl versicherter Mitarbeiter (z.B. mindestens fünf sozialversicherte und gesetzlich krankenversicherte Angestellte)
  • Quotenregelung versicherter Mitarbeiter je nach Unternehmensgröße (z.B. mindestens 50 Prozent der Belegschaft bei mittelständischen Unternehmen)
  • unbefristeter Arbeitsvertrag bei versicherten Mitarbeitern
  • gesetzliche Krankenversicherungspflicht bei versicherten Mitarbeitern
Wie können Ehepartner und Kinder mitversichert werden?
Grundsätzlichen können auch Familienangehörige der Mitarbeiter von den günstigen Konditionen der betrieblichen Krankenversicherung profitieren. Eine Mitversicherung ist gegen Mehrbeitrag und nach positiver Gesundheitsprüfung möglich. Als Familienangehörige zählen der Ehepartner oder der Lebensgefährte in häuslicher Gemeinschaft sowie Kinder bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres.
Wer ist der Versicherungsnehmer?
Versicherungsnehmer ist der Arbeitgeber. Dieser ist auch für die Anmeldungzur Versicherung und die Zahlung der Beiträge zuständig. Der Arbeitnehmer ist versicherte Person.
Wie berechnen sich die Beiträge zur betrieblichen Krankenversicherung
Die Beiträge sind abhängig von der Anzahl der versicherten Mitarbeiter sowie deren Durchschnittsalter. Der Abschluss erfolgt in der Regel über einen Gruppenversicherungsvertrag, dem sich die Belegschaft eines Betriebs anschließt. Der geringere Verwaltungsaufwand dieser Vertragsform senkt den Beitrag. Außerdem sind die Beiträge umso günstiger, je jünger die Mitarbeiter sind.