Private Pflegeversicherung

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Steigende Lebensqualität und gute medizinische Versorgung lassen die Menschen in Deutschland immer älter werden. Durch diese erfreuliche Entwicklung nimmt jedoch auch die Zahl der Pflegebedürftigen zu und Pflege ist teuer. Die Pflegepflichtversicherung ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, übernimmt aber im Pflegefall lediglich einen Teil der anfallenden Kosten. Wer im Alter nicht sein Erspartes angreifen oder seine Angehörigen finanziell belasten möchte, sollte zusätzlich eine private Pflegeversicherung abschließen (Pflegezusatz-Versicherung).

Eine private Pflegeversicherung schließt idealerweise die Finanzierungslücke zwischen Pflegepflichtversicherung und tatsächlichen Pflegekosten. Wie bei jeder privaten Vorsorgeversicherung gilt auch hier: Je jünger der Antragsteller bei Vertragsschluss ist, desto günstiger ist der Beitrag. Da in den meisten Fällen auch Gesundheitsfragen beantwortet werden müssen, sind jüngere Antragsteller klar im Vorteil, denn sie sind meist gesund und habe keine Vorerkrankungen.

Ergänzungsversicherungen werden in unterschiedlichen Formen angeboten. Die meisten Gesellschaften bieten die private Pflegeversicherung als Pflegetagegeldversicherung an. Versicherte erhalten hier einen Tagessatz an Pflegegeld zur freien Verfügung. Weitere Varianten sind die Pflegekostenversicherung, die Pflegerentenversicherung und der staatlich geförderte Pflege-Bahr.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Pflegebedürftigkeit im Alter ist eine sensible und wichtige Angelegenheit. Die Themen Pflege und Finanzen im Pflegefall dürfen jedoch nicht isoliert betrachtet werden, sondern sollten immer im Kontext einer persönlichen Ruhestandsplanung besondere Berücksichtigung finden. Wenn Sie eine private Pflegeversicherung abschließen möchten, sollten Sie daher auf die neutrale Beratung durch einen Versicherungsmakler setzen!

Grade der Pflegebedürftigkeit
Seit dem 01.01.2017 gibt es fünf Pflegegrade, die das bisherige System der 3 Pflegestufen ersetzen (Pflegestärkungsgesetz II). Das Begutachtungsverfahren erfolgt aktuell durch die Vergabe von Punkten. Dadurch wird der einzelne Mensch und seine Fähigkeiten, selbstständig sein Leben zu führen, betrachtet und nicht mehr der reine Aufwand für Pflege.

Die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade ergibt sich schließlich aus der Summe der festgestellten Punkte und gestaltet sich wie folgt:

  • Pflegegrad 1
    Geringe Beeinträchtigungen
  • Pflegegrad 2
    Erhebliche Beeinträchtigungen
  • Pflegegrad 3
    Schwere Beeinträchtigungen
  • Pflegegrad 4
    Schwerste Beeinträchtigungen
  • Pflegegrad 5
    Schwerste Beeinträchtigungen mit besonderen Anforderungen an die Pflege
Pflegetagegeldversicherung
Die Pflegetagegeldversicherung erbringt ein vereinbartes Tagegeld, das der Höhe nach individuell wählbar ist. Es deckt idealerweise die Versorgungslücke zur Pflegepflichtversicherung ab und wird lebenslang ausbezahlt.

Tagegeldversicherungen sind besonders günstig und können leicht an individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Sollte die Zahlung der Beiträge einmal einstellt werden, erlischt der gesamte Anspruch auf Pflegetagegeld-Leistungen.

Pflegekostenversicherung
In der Pflegekostenversicherung erhält der Versicherte vertraglich vereinbarte monatliche Leistungen. Diese sind analog den Pflegegraden gestaffelt. Die Summe der Leistungen wird im Versicherungsvertrag festgelegt.
Pflegerentenversicherung
Die Pflegerentenversicherung ist eine Kombination aus Versicherung und Sparvertrag. Bei Pflegebedürftigkeit wird analog dem festgestellten Pflegegrad eine lebenslange monatliche Pflegerente erbracht.

Pflegerentenversicherungen bieten den Vorteil, dass die Zahlung des Beitrags zwischenzeitlich ausgesetzt werden kann, ohne dass der Anspruch auf Leistungen verloren geht. Im Vergleich zu einer Tagegeldversicherung ist die Pflegerentenversicherung jedoch deutlich teurer.

Staatliche Förderung: Pflege-Bahr
Seit dem 01.01.2013 gibt es ein staatlich gefördertes Pflegetagegeld, das nach dem früheren Gesundheitsminister Daniel Bahr benannt ist (daher »Pflege Bahr«). Gefördert werden private Tagegeldversicherungen mit 5 Euro Beitragszuschuss je Monat, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen (z.B. Verzicht auf Leistungsausschlüsse bzw. Risikozuschläge).

Im Vergleich zu normalen Policen, ist der Pflege-Bahr relativ teuer und erbringt nur Mindestleistungen. Sie sollten daher vor Abschluss mit einem Fachmann die Vor- und Nachteile dieser Förderung besprechen, denn für gesunde Menschen sind normale Tarife oft die bessere Wahl!

Private Pflegeversicherung für Rentner
Leider setzen sich viele Menschen erst dann mit dem Thema Pflegebedürftigkeit auseinander, wenn der Ruhestand naht oder Erkrankungen festgestellt wurden. Der Wunsch nach zusätzlicher Absicherung ist nachvollziehbar, jedoch umso teurer, je älter und kränker eine Person ist. Da die Beiträge dieser Tarife für Rentner eine nicht zu unterschätzende Belastung darstellen können und oftmals Leistungsausschlüsse seitens der Versicherer gefordert werden, sollte die klassische private Pflegeversicherung neben alternative Konzepte treten.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie bereits in Rente sind und das Risiko einer Pflegebedürftigkeit absichern wollen! Wir finden passende Lösungen für Sie!