Wohngebäudeversicherung

Wohngebäudeversicherung - Schutz für das Eigenheim

Für viele Menschen stellt der Erwerb eines Eigenheims neben der Gründung einer Familie den Höhepunkt ihres Lebens dar. Es ist daher mehr als nachvollziehbar, das mit hohem finanziellem Aufwand erworbene Eigentum vor Gefahren zu schützen. Die verbundene Wohngebäudeversicherung bietet umfassenden Schutz gegen viele Gefahren oder Risiken im Verbund.

Insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Häufigkeit und Zerstörungsgewalt von Unwetterschäden ist es notwendig, im Besitz einer leistungsstarken Wohngebäudeversicherung zu sein. Zum Schutz des Haushalts sollte zusätzlich eine Hausratversicherung in geeigneter Höhe vorhanden sein, denn der persönliche Hausrat ist von der Gebäudeversicherung nicht eingeschlossen.

Im Jahr 2016 mussten die deutschen Versicherer Schäden in Höhe von 4,7 Milliarden Euro an Wohngebäuden regulieren. Das Jahrtausendhochwasser in Simbach am Inn ist eines der Unglücksmomente, die deutlich die Notwendigkeit einer Wohngebäudeversicherung vor Augen führen.

Fester Bestandteil der Wohngebäudeversicherung sollte ebenfalls der Einschluss weiterer Elementargefahren sein. Dazu zählen beispielsweise Risiken aufgrund von Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben oder Schneedruck, die enorme Schäden an Gebäuden verursachen können.

Neben dem Schutz des Eigentümers vor Zerstörung oder Beschädigung, ist die Wohngebäudeversicherung Voraussetzung für die Bereitstellung von Realkrediten. Wer einen Kredit zum Bau oder Erwerb einer Immobilie beantragt, muss den Bedingungen des Kreditgebers entsprechen und eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Kein Kreditgeber wird eine finanzierte Immobilie dem Risiko einer möglichen Zerstörung bzw. Beschädigung aussetzen.

Welche Schäden ersetzt die Wohngebäudeversicherung?

Eine Wohngebäudeversicherung ersetzt Schäden am Wohngebäude verursacht durch folgende Ereignisse:

  • Brand, Blitzschlag, Explosion und Implosion, Anprall oder Absturz eines bemannten oder unbemannten Flugkörpers bzw. seiner Teile oder Ladung
  • Leitungswasser (z.B. wegen Rost, Undichtigkeit von Rohren)
  • Rohrbruch- und Frost
  • Sturm- und Hagel (ab Windstärke 8)
  • Elementargefahren (z.B. Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben)
Welche Kosten übernimmt die Wohngebäudeversicherung?

Die Wohngebäudeversicherung erstattet ebenfalls Kostenschäden, die durch einen Versicherungsfall ausgelöst werden:

  • Aufräumungs- und Abbruchkosten (z.B. für das Abfahren von Schutt nach einem Brand)
  • Bewegungs- und Schutzkosten (z.B. für den Abtransport eines umgestürzten Baums, der das Hausdach beschädigt hat)
  • Schadenabwendungs- und Schadenminderungskosten (z.B. für das provisorische Anbringen einer Folie auf das Hausdach, um Regeneintritt zu verhindern)
  • Mehrkosten (z.B. infolge öffentlich-rechtlicher Vorschriften)
  • Kosten aufgrund von Mietausfall bei vermieteten Räumen bzw. Kosten aufgrund von Nutzungsausfall für selbst genutzte leerstehende Räume
Wo gilt die Wohngebäudeversicherung?

Der Versicherungsort legt fest, über welchen Ort sich der Versicherungsschutz der Wohngebäudeversicherung erstreckt:

  • das im Vertrag benannte Wohngebäude
  • Gebäudebestandteile (z.B. Balkone, Fenster und Türen)
  • Nebengebäude (z.B. Garage, Gerätehaus)
  • Zubehör (z.B. Ziegel, Fassadenfarbe)
  • in das Gebäude eingefügte Sachen (z.B. Einbauküche, Einbaumöbel)
  • Zu- und Ableitungsrohre der Wasserversorgung
Warum sollten weitere Elementargefahren mitversichert werden?

Die drei Grundgefahren Feuer, Leitungswasser und Sturm und Hagel sind bereits Bestandteil jeder guten Wohngebäudeversicherung.

Trotzdem gibt es weitere Elementargefahren, die ein Gebäude enorm schädigen können:

  • Überschwemmung
  • Rückstau
  • Schneedruck
  • Lawinen
  • Erdrutsch
  • Erdfall
  • Erdbeben
  • Vulkanausbruch

Sicherlich sind Überschwemmung und Rückstau die beiden Elementargefahren, die am häufigsten Versicherungsfälle auslösen. Schnell entstehen hier hohe Kosten, die ohne Versicherungsschutz kaum tragbar wären. Gerade bei Überschwemmungen entstehen diese Kosten oft mehr aus dem Aufwand für Auspumpen, Reinigung und Trockenlegung eines Gebäudes. Dies zeigt, von welcher Notwendigkeit der Einschluss einer Elementarschadenversicherung ist.

Wie wird die korrekte Versicherungssumme ermittelt?

Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Ermittlung der Versicherungssumme. Empfehlenswert ist die Berechnung nach dem Wohnflächenmodell zum gleitenden Neuwert. Grundlage der gleitenden Neuwertversicherung ist der Versicherungswert 1914. Darunter versteht man, dass die Baukosten mithilfe des Baupreisindex auf das Jahr 1914 zurückgerechnet werden.

Diese Berechnungsmethode gewährleistet, dass die Entschädigungsleistung jedes Jahr an die sich ändernden Baukosten angepasst wird. Ein Versicherungsfachmann berechnet die für das Gebäude korrekte Versicherungssumme und stellt damit sicher, dass eine Unterversicherung ausgeschlossen ist.

Wie berechnet sich der Beitrag?

Der Beitrag der Wohngebäudeversicherung setzt sich aus mehreren individuellen Merkmalen zusammen:

  • Gebäudewert (ausgedrückt im Versicherungswert 1914)
  • Tarifzone (Standort des Gebäudes, vgl. ZÜRS-Liste)
  • Bauartklasse des Gebäudes (z.B. Stein, Holz)
  • Nutzung (z.B. ständig bewohntes Gebäude oder Ferienhaus)
  • Besondere Gefahrenverhältnisse (z.B. Schwimmbecken im Haus)
  • Gewerbebetriebe im Haus (meist Zuschlag auf den Beitrag der Feuerversicherung)
Wozu ist die Feuer-Rohbauversicherung notwendig?

Bei Rohbauten entstehen häufig unbemerkt Schwelbrände (z.B. aufgrund von Schweißarbeiten), denen der gesamte Rohbau zum Opfer fallen kann. Eine Feuer-Rohbauversicherung schützt noch nicht bezugsfertige Gebäude und Baustoffe vor dieser Gefahr.

Ebenfalls sind Schäden durch Blitzschlag, Explosion und Implosion und Anprall eines Luftfahrzeugs bzw. seiner Teile oder Ladung versichert. Gute Versicherungsgesellschaften bieten eine beitragsfreie Mitversicherung über die Wohngebäudeversicherung ab einer bestimmten Vertragslaufzeit an.