Private Haftpflicht

Private Haftpflicht

Die private Haftpflicht ist zweifelsohne die wichtigste Versicherung für Privatpersonen. Der Grund liegt auf der Hand: Jeder kann einen Haftpflichtschaden verursachen und diesen meist ungewollt und unbeabsichtigt.

Die Pflicht für einen entstandenen Schaden zu haften, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Paragraph 823 BGB äußert sich dazu wie folgt:

Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.

Viele Verbraucher argumentieren mit den Worten »Mir passiert schon nichts!« oder »Den Rotweinfleck auf dem Sofa meines Nachbarn kann ich auch aus eigener Tasche bezahlen!« und begeben sich so in ein unkalkulierbares Haftungsrisiko. Was, wenn der Schaden etwas größer ist und einige tausend Euro kostet? Schnell kann aus einem kleinen Malheur eine große Katastrophe werden, die im schlimmsten Fall im finanziellen Ruin endet, denn die Haftung für einen Schaden ist der Höhe nach nicht begrenzt (vgl. § 249 BGB). Kraft Gesetz ist daher jeder mit seinem derzeitigem und auch zukünftigen Vermögen zum Ersatz des von ihm verursachten Schadens verpflichtet.

Eine private Haftpflicht ist in den meisten Fällen äußerst kostengünstig zu bekommen. Alle Verbraucher sollten daher unbedingt ihr Haftungsrisiko begrenzen und eine Privathaftpflicht-Versicherung abschließen!

Welche Leistungen erbringt die private Haftpflicht?
  • Prüfen
    Die Versicherung prüft, ob und auf welcher gesetzlichen Grundlage der versicherte Schädiger haftet
  • Bezahlen
    Die Versicherung übernimmt bei berechtigten Schadenersatzforderungen die Zahlung der Ansprüche
  • Abwehren
    Die Versicherung wehrt unberechtigte Forderungen ab (passiver Rechtsschutz)
Wer ist versichert?
  • Privatpersonen
    Schutz gegen die Gefahren des täglichen Lebens z.B. als Radfahrer, beim Einkauf oder im Urlaub
  • Aufsichtspflichtige
    Schutz bei Aufsichtstätigkeiten z.B. über die eigenen Kinder
  • Dienstherren
    Schutz für im Haushalt tätige Personen wie z.B. eine private Haushaltshilfe
  • Haus- oder Wohnungsbesitzer
    Schutz gegen Gefahren im Rahmen der gesetzlichen Sicherungspflichten (besondere Bedingungen!)
Welche Schäden sind versichert?
  • Personenschäden und daraus folgende mögliche Ansprüche des Geschädigten z.B. Schmerzensgeld
  • Sachschäden und daraus folgende mögliche Ansprüche des Geschädigten z.B. Reparaturkosten
  • Vermögensschäden und daraus folgende mögliche Ansprüche des Geschädigten z.B. Kosten für Verdienstausfall
Mitversicherte Personen
  • Ehegatten
  • nicht eheliche Lebenspartner (z.B. Lebensgefährte)
  • minderjährige Kinder (auch Stief-, Adoptiv- oder Pflegekinder)
  • volljährige Kinder bis zum Abschluss der ersten Berufsausbildung
  • Gast- und Austauschkinder
  • Au-pairs und im Haushalt beschäftigte Personen (z.B. Haushaltshilfe, Babysitter)
Welche Versicherungssumme ist empfehlenswert?
In der Wahl der Versicherungssumme sind Verbraucher grundsätzlich frei, da der Gesetzgeber die persönliche Absicherung durch eine private Haftpflicht nicht per se vorschreibt.

Es empfiehlt sich jedoch, einen Tarif mit einer höheren Versicherungssumme zu wählen als im Branchenschnitt üblich. Eine pauschale Abdeckung von 50 Millionen Euro sollte daher in jedem Fall erfolgen. Da die Kosten einer Privathaftpflichtversicherung in der Regel überschaubar sind, sollte man hier nicht am falschen Ende sparen.

Fallbeispiele aus der Praxis

Vernachlässigung der Räum- und Streupflicht
Ein Hausbesitzer kommt seiner Räum- und Streupflicht für den Bürgersteig nicht nach. Ein Passant rutscht aus und zieht sich einen Oberschenkelhalsbruch zu.
Folge: Er verlangt Schmerzensgeld und Entschädigung für seinen Verdienstausfall.

Vernachlässigung der Aufsichtspflicht
Die kleine Lisa fährt alleine mit ihrem Farrad und beschädigt das Auto des Nachbarn. Lisas Mutter ist nicht in der Nähe, sondern beim Plausch mit ihrer besten Freundin im Wohnzimmer.
Folge: Die Mutter verletzt ihre Aufsichtspflicht und muss den Schaden am Fahrzeug ihres Nachbarn in voller Höhe bezahlen.